Anforderungsbereiche für die Abiturprüfung

zuletzt bearbeitet am 18.07.2005


Allgemeine Hinweise

Die Abiturprüfung soll das Leistungsvermögen der Prüflinge möglichst differenziert erfassen. Dazu werden im Folgenden drei Anforderungsbereiche unterschieden.
Obwohl sich weder die Anforderungsbereiche scharf gegeneinander abgrenzen noch die zur Lösung einer Prüfungsaufgabe erforderlichen Teilleistungen in jedem Einzelfall eindeutig einem bestimmten Anforderungsbereich zuordnen lassen, kann die Berücksichtigung der Anforderungsbereiche wesentlich dazu beitragen, ein ausgewogenes Verhältnis der Anforderungen zu erreichen, die Durchschaubarkeit und Vergleichbarkeit der Prüfungsaufgaben zu erhöhen sowie die Bewertung der Prüfungsleistungen transparent zu machen.
Beim Entwurf einer Prüfungsaufgabe wird jede von den Prüflingen erwartete Teilleistung mindestens einem der drei Anforderungsbereiche zugeordnet.
Die Zuordnung zu den Anforderungsbereichen hängt davon ab, ob die jeweils aufgeworfene Problematik eine selbstständige Auswahl unter Bearbeitungsansätzen in einem durch Übung bekannten Zusammenhang erfordert oder ob kreatives Erarbeiten, Anwenden und Bewerten in komplexeren und neuartigen Zusammenhängen erwartet wird. Sie ist abhängig vom vorangegangenen Unterricht bzw. von im Lehrplan verbindlich vorgeschriebenen Zielen und Inhalten sowie von der Leistungsfähigkeit zugelassener Hilfsmittel.

Fachspezifische Beschreibung der Anforderungsbereiche für Physik

Die vier Kompetenzbereiche geben die Breite der fachlichen und methodischen Anforderungen an. Die drei fachspezifischen Anforderungsbereiche beschreiben deren Tiefe. Schriftliche und mündliche Prüfungen testen sowohl die Breite wie die Tiefe in angemessener Weise ab.


Kompetenzbereiche:

  1. Fachkenntnisse – Wiedergeben von Sachverhalten
  2. Fachmethoden - Beschreiben und Einsetzen von Fachmethoden
  3. Kommunikation - Darstellen von Sachverhalten in vorgegebenen Formen
  4. Reflexion - Angeben von Bezügen

Anforderungsbereich I

Im Anforderungsbereich I beschränken sich die Aufgabenstellungen auf die Reproduktion und die Anwendung einfacher Sachverhalte und Fachmethoden, das Darstellen von Sachverhalten in vorgegebener Form sowie die Darstellung einfacher Bezüge.

I Fachkenntnisse – Wiedergeben von Sachverhalten

I Fachmethoden - Beschreiben und Einsetzen von Fachmethoden

I Kommunikation - Darstellen von Sachverhalten in vorgegebenen Formen

I Reflexion - Angeben von Bezügen


Anforderungsbereich II

Im Anforderungsbereich II verlangen die Aufgabenstellungen die Reorganisation und das Übertragen
komplexerer Sachverhalte und Fachmethoden, die situationsgerechte Anwendung
von Kommunikationsformen, die Wiedergabe von Bewertungsansätzen sowie das Herstellen
einfacher Bezüge.

II Fachkenntnisse – Anwenden von Sachverhalten eines abgegrenzten Gebietes

II Fachmethode - Anwenden von Fachmethoden

II Kommunikation – Situationsgerechtes Anwenden von Kommunikationsformen

II Reflexion - Herstellen einfacher Bezüge und Wiedergeben von Bewertungsansätzen


Anforderungsbereich III

Im Anforderungsbereich III verlangen die Aufgabenstellungen das problembezogene Anwenden und Übertragen komplexer Sachverhalte und Fachmethoden, die situationsgerechte Auswahl von Kommunikationsformen, das Herstellen von Bezügen und das Bewerten von Sachverhalten.

III Fachkenntnisse - Problembezogenes Erarbeiten, Einordnen, Nutzen und Werten von Wissen

III Fachmethode - Problembezogenes Auswählen und Anwenden von Fachmethoden

III Kommunikation - Kommunikationsformen situationsgerecht auswählen und einsetzen

III Reflexion - Herstellen von Bezügen und Bewerten von Sachverhalten


Quelle: EPA Physik der KMK 2004 pdf 1,6MB